Bike Together – Ein Tandemabenteuer

Start / Bike Together

Die Mitfahrer

Der zweite Sitz auf dem Tandem15 Mitfahrer und ein Zwedschgermo

Der hintere Platz auf dem Tandem war für Menschen reserviert, die ich unterwegs getroffen habe – und für Freunde, die für ein paar Etappen dazugekommen sind. Hier sind sie alle, mit ihrer Geschichte, der Strecke und den Kilometern, die sie mitgefahren sind. Dazu kamen sehr viele, die mich für eine kurze Probefahrt begleitet haben.

Astrid

Deutschland

Astrid

Astrid, damals meine Freundin, hat mich immer wieder ein Stück auf dieser Reise begleitet. Außerdem hat sie zu Hause alles erledigt, was dort für mich anfiel.

Strecke: Erlangen – Saalfeld – Berlin – Hannover – Maulbronn – Donauwörth, Dubrovnik – Athen (Balkan), Kampala – Kabale (Uganda)2.300 km

Michael Hippler

Deutschland

Michael Hippler

Michael Hippler war Leiter der Afrika-Abteilung bei Misereor und mein Ansprechpartner für die Projekte in Afrika.

Strecke: Aachen – Köln100 km

Max Becker

Deutschland

Max Becker

Max ist mein ehemaliger Mitbewohner, Studienkollege und ein sehr guter Freund.

Strecke: Donauwörth – Regensburg185 km

Mohammed

Ägypten

Mohammed

Mohammed stand mitten in der Wüste einfach am Straßenrand und wartete darauf, dass ihn jemand in die nächste Oase mitnimmt – zum „Shoppen“, wie er sagte. Er arbeitet in einer Sandgrube in der Wüste. Das klingt komisch, war aber wirklich so. Die Fahrt mit Mohammed war super, zu zweit ließ es sich viel leichter gegen den Wind ankämpfen.

Strecke: Farafra + 60 km – Bir Abu Minqar (Western Desert)40 km

Crazy Abdul

Jemen

Crazy Abdul

Crazy Abdul fragte ich nach dem Weg, und im selben Augenblick saß er schon auf dem zweiten Sitz. Er wolle nur bergab mitfahren, meinte er. Er kannte viele englische Wörter, sie in einen verständlichen Zusammenhang zu bringen war ihm aber fremd. Treten wollte er auch nicht so recht und machte es sich lieber im Schneidersitz hinten bequem. Als es nicht mehr bergab, sondern bergauf ging, musste er den Sitz wieder räumen – ein Taxi bin ich schließlich nicht.

Strecke: Taiz – Taiz + 30 km30 km

Zwedschgermo

Jemen / Djibouti

Zwedschgermo

„Willsd an, der di nett ärgern ko, kaffst dir halt an Zwedschgermo!“ Meine Freunde haben mir diesen Begleiter zu Weihnachten geschenkt. Leider sah er schon nach wenigen Tagen ziemlich mitgenommen aus: Möwen haben versucht, ihn zu verspeisen, und die Schifffahrt nach Djibouti ist ihm auch nicht gut bekommen. In Afrika wollte gleich einer die Nuss knacken, um an den Inhalt zu kommen. Ja, als Zwedschgermo hat man es in Afrika nicht leicht. In Addis hatte er dann die Nase voll vom Radeln und hat sich ohne Abschied verdrückt.

Strecke: Taiz – Mokka (Jemen), Djibouti, Äthiopien bis Addis Abeba1.300 km

Ali Abdul

Äthiopien

Ali Abdul

Ali ist etwa 20 Kilometer durch die Afar-Region mitgefahren. Er war auf dem Weg zur Arbeit und hat den Lift dankend angenommen.

Strecke: bei Mille (Afar)20 km

Massil

Äthiopien

Massil

Massil hat den Lift dankend angenommen und seinen Freunden am Straßenrand immer wieder freudig zugewunken. Beim Abschied hat er mich dann aber doch noch nach Geld gefragt.

Strecke: bei Robit20 km

Michael

Äthiopien

Michael

Michael arbeitet im Misereor-Projekt „GODANAW“ in Addis Abeba. Er war der erste Mitfahrer, der mich über mehrere Tage begleitet hat – eine tolle Erfahrung für uns beide. Vor allem die Reaktionen der Leute am Straßenrand haben ihn begeistert: „Es ist ein schönes Zeichen, dass ein Schwarzer und ein Weißer zusammen auf einem Fahrrad durchs Land reisen. Die Leute sind stolz, einen Äthiopier reisen zu sehen. So herrscht Gleichberechtigung.“

Strecke: Addis Abeba – Awasa295 km

Frederick

Uganda

Frederick

Frederick (13) ist mir zuerst zu Fuß hinterhergelaufen, und weil er so fleißig neben mir den Berg hinaufgerannt ist, durfte er mit aufs Rad – angeblich nur bis zum nächsten Dorf. Schließlich stellte sich heraus, dass er aus der Schule ausgebüxt war und zu seinen Großeltern nach Kisoro wollte, um Geld für die Privatschule zu besorgen. Was an der Geschichte stimmt, weiß ich nicht. Aber es hat Spaß gemacht, mit ihm zu radeln. Um Geld gebettelt hat er nicht – ein Dankeschön gab es allerdings auch nicht.

Strecke: Muko – Kisoro38 km

Josef

Tansania

Josef

Josef (24) traf ich beim Mittagessen. Von meinem Angebot, ein Stück mitzufahren, war er sofort begeistert, so konnte er seinem tristen Alltag als Arbeitsloser entfliehen. Er spricht recht gut Englisch und hat in Kenia die Highschool abgeschlossen, aber die Jobsuche gestaltet sich schwierig. Das kann allerdings auch daran liegen, dass er meint, ein Job fliege einem einfach zu. Seine ganze Hoffnung setzt er auf die nächste Wahl: Wenn die Demokraten an die Macht kommen und die Korruption aufhört, bekommen alle einen Job!

Strecke: Igawa – Chimala50 km

Sibusiso

Malawi

Sibusiso

Sibusiso ist 24 und wartet gerade auf die Ergebnisse seiner Aufnahmeprüfung für die Universität. Getroffen habe ich ihn in Chinyolo, einem Dorf mit 800 Einwohnern. Nach einem sehr anstrengenden Tag auf schlammigen Nebenstraßen hatte ich vor Einbruch der Dunkelheit keinen Ort mit Unterkunft mehr erreicht und fragte dort, ob ich mein Zelt aufschlagen darf. Das war überhaupt kein Problem: Sibusiso half mir gleich beim Zeltaufbau und beim Einkaufen und reparierte nebenbei auch noch meine kaputten Fahrradsandalen. Von der Idee, einen Tag mitzuradeln, war er sofort begeistert und erzählte jedem, dass er mich auf dem „Zauberfahrrad“ begleiten werde. Schon um 6 Uhr stand er abfahrbereit neben meinem Zelt. Es klappte alles bestens, und wir hatten einen tollen Tag. Hinterher schwärmte er immer wieder von der Fahrt und meinte, es sei einer seiner schönsten Tage gewesen. An solchen Tagen merke ich, dass es genau richtig war, mit einem Tandem nach Afrika zu fahren.

Strecke: Chinyolo – Mzuzu77 km

Balonga

Malawi

Balonga

Balonga erinnerte mich stark an Crazy Abdul aus dem Jemen: Auch er wollte nicht mittreten und sah das Ganze eher als Taxi. Ausnahmsweise habe ich es geduldet, denn vorher hatte er mich zu seinen Freunden eingeladen, und ich durfte in geselliger Runde selbst gebrautes Bier und selbst gebrannten Schnaps probieren. Als wir in Chitimba ankamen, meinte er, er komme jetzt nicht mehr zurück – ob ich ihn nicht fahren könne, es sei so bequem gewesen … Ich ließ ihn ein bisschen enttäuscht zurück, aber ein Taxiunternehmen wollte ich in Afrika nun wirklich nicht eröffnen.

Strecke: bis Chitimba20 km

Martijn

Sambia

Martijn

In ganz Afrika arbeiten viele Freiwillige, Martijn aus Holland ist einer davon. Den Status hat er allerdings vor allem, um lange genug im Land bleiben zu dürfen und die Forschung für seine Masterarbeit in einem kleinen Projekt in Katete abzuschließen. Zufällig stellte ich bei diesem Projekt mein Zelt auf und lernte Martijn am Abend kennen. Er war schnell von der Idee begeistert, mich zu begleiten, und so ging es drei Tage zusammen durch Sambia.

Strecke: Katete – Luangwa Bridge250 km

Hans

Namibia

Hans

Hans ist ein Freund aus meiner Zeit im Steinbach Bräu. Er war schon oft in Namibia, aber noch nie mit dem Fahrrad. Mein Angebot, mich zu begleiten, nahm er dankend an, und so haben wir zusammen zahlreiche gute und schlechte Pistenkilometer bestritten.

Strecke: Windhoek – Sesriem – Swakopmund – Windhoek1.000 km

Steven

Namibia / Südafrika

Steven

Steven kommt aus Wales. Ich hatte ihn 2004 auf meiner Asienreise kennengelernt, damals sind wir anderthalb Monate zusammen durch Tibet gefahren. Diesmal kam er nach Namibia geflogen und hat mich auf den letzten Kilometern bis Kapstadt begleitet.

Strecke: Windhoek – Kapstadt2.500 km

Und viele Probefahrer

Probefahrt auf dem TandemProbefahrt auf dem TandemProbefahrt auf dem Tandem

Getroffene Reisende

Unterwegs bin ich nie allein. Ich habe sehr viele nette Reisende getroffen – hier ein kleiner Überblick.

Sebastian und Michael

Ägypten

Sebastian und Michael

Sebastian und Michael waren mit einem Landrover unterwegs nach Kapstadt. Ich habe die beiden in Kairo getroffen, und wir haben viele lustige Abende zusammen verbracht. Außerdem haben wir Spidercat und Rekordcat bei ihrer Karriere unterstützt.

Werner und Rudi

Ägypten / Sudan

Werner und Rudi

Den Pensionär Werner aus Deutschland und Rudi aus der Slowakei habe ich in Assuan getroffen. Beide hatten ebenfalls Kapstadt als Ziel. Die Pistentage durch die Nubische Wüste haben wir gemeinsam bestritten, ab Khartum ging dann jeder seinen eigenen Weg.

Marco

Ägypten / Sudan

Marco

Marco war ebenfalls mit dem Fahrrad in Afrika unterwegs. Ich habe ihn in Kairo und in der Nubischen Wüste getroffen.

Der Kapitän der Al Nuba II

Ägypten

Der Kapitän der Al Nuba II

Ein ganz besonderer Reisender: Der herzliche Ägypter hat mich drei Tage lang auf seinem Boot rundum verpflegt. Ich danke ihm für seine Gastfreundschaft und wünsche ihm noch viele schöne und sichere Fahrten mit seiner Al Nuba.

Kenny

Kanada

Kenny

Der Kanadier war damals schon seit 25 Jahren mit dem Fahrrad rund um die Welt unterwegs und wollte sein Projekt in ein, zwei Jahren abschließen. Wer ihm folgen wollte, musste sich schon ein Radl schnappen und nach Afrika kommen!

Radlertreffen in Addis Abeba

Äthiopien

Radlertreffen in Addis Abeba

In Addis Abeba gab es ein großes Treffen der Fernradler: Marco und Martin, die ich im Sudan getroffen hatte, waren da, außerdem Kenny, der Japaner Daisuke und ein Spanier. Ich war derjenige, der mit Abstand am kürzesten unterwegs war.

Robin und Georg

Tansania

Robin und Georg

In Tansania habe ich Robin und Georg getroffen, die mit ihren Motorrädern nach Kapstadt unterwegs waren. Wir verabredeten uns auf einem Zeltplatz und hatten einen schönen Abend zusammen.

Hans

Malawi

Hans

Hans war der erste Radfahrer in Afrika, dem ich tatsächlich fahrend auf der Straße begegnet bin. Er ist seit 1992 überall und nirgends unterwegs, seine weiteren Pläne gingen wohl in Richtung Mosambik. Gute Reise!

Die Läufer

quer durch Afrika

Die Läufer

In Afrika trifft man Leute mit den unterschiedlichsten Ideen, wie man den Kontinent am besten bereist. Eine Gruppe Kanadier versuchte, über 4000 Kilometer von Küste zu Küste zu laufen – jeden Tag ein Marathon, und schon ist man bald am Ziel. Da ich gerade niemanden auf dem Tandem mitnehmen konnte, bin ich „einfach“ einen Tag mitgelaufen. Die Zeit war nicht gut, aber ich bin angekommen.

Radler aus Brasilien und Italien

unterwegs

Radler aus Brasilien und Italien

Auch zwei Radreisende aus Brasilien und Italien kreuzten unterwegs meinen Weg.