28.–30. Tag: Singapur
Singapur ist schon eine faszinierende Stadt – der totale Gegensatz zu allem, was ich bis jetzt gesehen und erlebt habe. Die Stadt ist sauber, es gibt Fußwege, neue Autos, die auch noch vergleichsweise leise sind, wahnsinnig viele Shoppingcenter und sehr gutes Essen aus allen Ländern. Da ich in Little India untergebracht war, lag es natürlich nahe, vor allem die indische Küche zu testen. Auch hier ist es Sitte, mit der rechten Hand zu essen. Es ist gar nicht so einfach, einen Fisch mit nur einer Hand zu zerlegen, wenn man hinterher nicht nur Brei auf dem Teller haben will. Die meiste Zeit war ich in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs. Warum die meisten Reiseführer davon abraten, kann ich nicht verstehen. Vielleicht, weil man so sehr schwitzt und sich erkälten könnte, sobald man ein Gebäude betritt: Alles ist klimatisiert, und zwar nicht nur ein bisschen – fast überall wird versucht, den deutschen Winter nachzuahmen.
In den beiden Hostels, in denen ich übernachtete, trafen sich Backpacker aus allen Ländern, am zahlreichsten waren die Briten vertreten. Es war ganz nett, mit ihnen zu reden, aber zum Teil waren schon recht komische Gestalten dabei. Die Backpacker sind eine ganz eigene Welt. Am Samstag war auf einmal überall vom Formel-1-Rennen die Rede. Da ich ohnehin den Zug nach Kuala Lumpur nehmen wollte, kümmerte ich mich um Karten und buchte meinen Nachtzug. Ich will hier nicht alles beschreiben, was ich unternommen habe, aber damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, eine kurze Aufzählung: thailändische Botschaft, Rundfahrt mit dem Radl, Night Safari, Asian Civilisations Museum, Chinatown, Little India, Karten für die Formel 1, gutes Essen genießen, bummeln, shoppen, ohne etwas zu kaufen (warum soll ich mir ausgerechnet im teuersten Land meiner Reise etwas kaufen?).
