Die Einreise nach Djibouti verlief problemlos. In der Stadt füllten Kenny und ich nur unsere Essensvorräte auf und verließen sie gegen Mittag bei leichtem Nieselregen. In den Vororten begleiteten uns immer wieder zahlreiche Kinder. Einige drückten ihre „Freude“ über uns auch dadurch aus, dass sie uns mit Steinen bewarfen. Einen Steinewerfer erwischten wir, und wir ließen den laut weinenden Übeltäter erst wieder laufen, nachdem er sich kniend bei uns entschuldigt hatte. Danach hatten wir für kurze Zeit eine Polizeieskorte, die uns vor weiteren „Angriffen“ schützte. Djibouti ist aber kein dicht besiedeltes Land und größtenteils Wüste. So konnten wir den Rest der Strecke in Ruhe durch den Regen fahren.


In einem Dorf wollte ich die neugierigen Kinder ein bisschen auf meinem Fahrrad mitfahren lassen. Anfangs klappte das gut, doch schnell waren es über 50 Kinder, und es entstand ein kleines Chaos. Alle fingerten am Rad herum, also beschlossen wir, so schnell wie möglich das Weite zu suchen. Am Ortsausgang stellte ich fest, dass eine Tasche offen war und zwei Bücher fehlten. Schon kamen ein paar Kinder angerannt und hielten eines der Bücher in den Händen. Als ich sagte, dass noch eines fehle, zeigten sie in Richtung Ort. Ich ließ mein Fahrrad bei Kenny und lief mit den Kindern zurück zu einem Haus. Dort traf ich einen Mann, der seelenruhig zu einer Kiste ging, sie öffnete und das gestohlene Buch herausholte – als ob es dort schon ewig gelegen hätte. Zurück am Fahrrad gab mir ein Kind auch noch meinen Labello zurück, der ebenfalls kurzzeitig einen neuen Besitzer gefunden hatte. Ja, das ist Afrika: Warte einfach ein bisschen, und du bekommst deine Sachen wieder. Jetzt habe ich umgepackt, und nichts ist mehr leicht erreichbar. Die Kinder sind nicht gefährlich, aber man muss immer sehr wachsam sein.














