„Eins ist ganz wichtig: Du bist in Slowenien, nicht in der Slowakei!“, gaben mir zwei deutsche Motorradfahrer als Ratschlag mit. Außerdem schenkten sie mir ein Stück sehr würzigen Käse, den sie am Straßenrand bei einer Bäuerin gekauft hatten. Meinen täglichen Nudeln hat er eine neue Geschmacksnote verliehen. Über Slowenien kann ich sonst leider nicht viel schreiben. Die Landschaft ist abwechslungsreich, sehr schön und stark von Verkarstung geprägt. Die erste Bar, die ich sah, hieß gleich „Koma“ – wenn das mal kein eindeutiges Zeichen ist. In der ersten Bar, die ich betrat, stand auf der Getränkekarte unter Spirituosen nur der Underberg in 2 cl; alle anderen harten Sachen wie Wodka, Rum und Whiskey gab es nur als Literflasche. Über die Menschen sagt das aber nichts aus: Ich habe keinen Betrunkenen getroffen, und in Schlangenlinien ist auch niemand Auto gefahren.
Schon nach zwei Tagen in Slowenien fand ich mich in Kroatien auf dem Weg nach Zagreb wieder. Mit dem Grenzübertritt hatte aber auch der Verkehr stark zugenommen. Immer mehr schätzte ich meine Rückspiegel, um mich notfalls vor überholenden Lkw an den Straßenrand zu retten.
Zagreb, die Hauptstadt Kroatiens, hat an Sehenswürdigkeiten nicht viel zu bieten; die wichtigsten hat man schnell gesehen. Trotzdem ist es eine interessante Stadt. Ich spürte, wie dort das Leben pulsiert. Die Menschen saßen in den zahlreichen Straßencafés und bevölkerten die Plätze. Hier in Zagreb fingen auch meine Espressopausen an, die seitdem fest zu meinem Tagesablauf gehören.
Ein Höhepunkt meiner Reise durch Kroatien war der Nationalpark Plitvice. Das fanden leider nicht nur ich, sondern auch sehr viele andere Touristen, die sich mit mir über die Stege drängten. Durch Verkarstung sind im Kalkgestein zahlreiche Seen entstanden, die durch verschieden große Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die Seen leuchten in unglaublichen Farben: von Azurblau über leuchtendes Grün bis Tiefblau.


Die weitere Strecke Richtung Süden führte mich am Meer entlang – vorbei an und über die zahlreichen kleineren und größeren Inseln der Adria.
In Dubrovnik holte ich meine Freundin Astrid vom Flughafen ab. Sie begleitet mich die nächsten drei Wochen auf dem Weg nach Athen.
Dubrovnik – die „Perle der Adria“ (Lord Byron) – beeindruckt mit einer komplett restaurierten Altstadt, die vollständig von einer Stadtmauer umgeben ist. Für den Rundgang auf der Mauer nahmen wir uns viel Zeit und entdeckten immer wieder schöne Blicke auf die Altstadt und das Meer. Nach einem Tag in der Altstadt und einem ruhigen Tag am Strand waren wir gestärkt für die nächsten Etappen auf dem Tandem. Die Kräfte brauchten wir auch, um die bergige Küstenstraße nach Montenegro zu bewältigen.


An der Grenze zu Montenegro trafen wir zwei Radfahrer aus Slowenien, die ebenfalls mit einem Tandem unterwegs waren. „Albanien ist etwas ganz Besonderes!“, sagte einer der beiden. Ich fragte: „Meinst du das positiv oder negativ?“ Da zuckte er nur mit den Schultern. „So etwas gibt es sonst nicht in Europa.“ Wir tauschten noch ein paar Informationen über die Strecke aus – wo die steilsten Anstiege sind, welche Pässe es gibt –, und sie warnten uns vor zwei Dörfern in Mazedonien, in denen sie von den Einwohnern etwas bedrängt worden waren. „Aber wenn man zügig durchfährt, dürfte es klappen.“ So verabschiedeten wir uns und rollten mit gemischten Gefühlen hinab nach Montenegro.














