Bike Together – Ein Tandemabenteuer

Nach einigen bergigen Fahrtagen legten wir in Mazedonien am Ohridsee zwei Ruhetage ein und fanden uns auf einmal in einer anderen Welt wieder. Wenige Stunden vorher waren wir noch in einem kleinen, islamisch geprägten Städtchen gewesen, in dem man während des Ramadan tagsüber nichts zu essen und zu trinken bekam – hier reihte sich in der Fußgängerzone ein Café an das nächste. Von dort aus konnten wir bestens die neuesten Modetrends beobachten: In engen Hosen und kurzen Kleidchen und mit großen Sonnenbrillen, möglichst noch mit Glitzersteinen besetzt, flanierten die Mädels und Frauen über den imaginären Laufsteg. Wir genossen die Tage in Ohrid und lernten nette und interessante Menschen kennen: Joni und seine Frau Fatima, die uns spontan einluden, Jonis Geburtstag mit ihnen zu feiern; Christof, einen Vollblutseemann, der es liebt, Touristen in seinem kleinen Boot über den See zu schippern, und der uns in einem deutsch-englisch-mazedonischen Gemisch alles Erdenkliche über Mazedonien erzählte; und sechs finnische Soldaten, die einen Kurzurlaub von ihrem Friedenseinsatz im Kosovo machten. Außerdem besuchten wir einige der zahlreichen Kirchen und die Burg. Gut erholt und gestärkt fuhren wir weiter und erreichten nach ein paar Tagen Griechenland, mein neuntes Land auf dieser Reise.

Foto aus GriechenlandFoto aus Griechenland

Auch hier ging alles sehr entspannt zu. Ehemalige Gastarbeiter schwärmten von dem guten Leben, das sie jetzt in Griechenland haben. „Hier kann man faulenzen!“, sagte uns eine Dame mittleren Alters und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück, nachdem sie uns in ihrem Restaurant einen Kaffee serviert hatte. Auf der Straße hielt uns ein Autofahrer an und fragte unter anderem: „Und in Deutschland, arbeiten da alle?“ Das ist das Bild, das man hier von den Deutschen hat.

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Nach einigen Pässen, die wir mit unserem Tandem bezwungen hatten, erreichten wir die Meteora-Klöster und erwanderten am nächsten Tag die Gegend. Das Wasser hat hier eine über 100 Meter mächtige Flussterrasse so zerschnitten, dass nur noch einzelne Berge und Felsnadeln stehen geblieben sind. Auf diesen imposanten, meist sehr schwer zugänglichen Gipfeln bauten Mönche Klöster, um in der Abgeschiedenheit ihren Glauben zu leben. Mit der Ruhe ist es inzwischen vorbei, denn täglich besuchen mehrere Tausend Touristen die Klöster. Sobald man aber auf den Wanderwegen durch das Felsenlabyrinth unterwegs ist, trifft man keine Menschenseele mehr und kann die Stille, das Panorama und die Natur genießen.

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Von dort ging es mit dem Bus an die Küste nach Volos und weiter bis Athen. Hier trennten sich Astrids und meine Wege – schließlich muss wenigstens einer von uns der Frage „Und in Deutschland, arbeiten da alle?“ gerecht werden. Ich bereitete mich auf den Flug nach Kairo vor und war voller Erwartung, einen neuen Kontinent zu betreten: Afrika.

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