Auf den Straßen in Tansania ist zwar nicht viel los, aber die Busse und Lkw, die dort fahren, sind höllisch gefährlich. Hier gilt ganz klar das Recht des Stärkeren. Fußgänger haben überhaupt keine Rechte und müssen sogar den Radfahrern ausweichen. Radfahrer haben gegenüber allen motorisierten Verkehrsteilnehmern schlechte Karten, nur Busse und Lkw haben Narrenfreiheit und schicken auch so manchen Pkw in den Straßengraben. Die Fahrer bekunden zwar mit Aufschriften, dass sie an Gott glauben, aber das kann unmöglich stimmen. Sprüche wie „In God we trust“ und „God is able“ sollte man lieber ändern in „Knockin’ on Heaven’s Door!“ oder „Heaven is near!“ …
Den ganzen Tag habe ich ein Auge auf dem Rückspiegel, und sobald sich ein Fahrzeug nähert, muss ich zusehen, dass ich von der Straße komme. Dass ein Bus für ein schwächeres Fahrzeug bremst, habe ich nie gesehen. Zum Glück hält sich der Verkehr in Grenzen, und die Busse starten immer gegen sechs Uhr in Daressalam. So kann man ausrechnen, wann einen der große Schwung Busse überholen wird.


Im Süden führte die Straße mal wieder durch einen Nationalpark, und der Mikumi-Park gehört zu den wenigen, die man mit dem Fahrrad durchqueren darf. Ich versuchte, ihn so zu erreichen, dass ich um die Mittagszeit durchfuhr – dann schlafen die Löwen und lassen die Radfahrer in Ruhe. Am Parkeingang stand ein großes Schild: „Danger, wild animals crossing next 50 kilometers“. Auf den ersten 20 Kilometern war davon nichts zu sehen. Die einzigen Viecher waren Bremsen, die mich ganz schön plagten und zu immer schnellerem Fahren antrieben. Doch dann kamen die Tiere in großer Zahl: Elefanten, Giraffen, Gazellen, Zebras, Antilopen und zahlreiche Affen. Löwen bekam ich nicht zu Gesicht, worüber ich aber nicht allzu enttäuscht war. Nach weiteren 30 Kilometern war der „Zoo“ zu Ende, und ich musste mich mit den „normalen“ Tieren wie Ziegen, Schafen, Rindern und Schweinen zufriedengeben.


Je weiter ich nach Westen kam, desto höher wurde das Land wieder. Ein paar Pässe waren zu bewältigen, und so wurde das Radeln nicht langweilig. Außerdem hatte ich von anderen Reisenden gehört, dass Malawi ein guter Ort zum Entspannen sei.












