Nach 18.600 Kilometern und 366 Tagen habe ich das Ziel meiner Reise erreicht: Kapstadt. Die Zahlen lassen sich recht einfach aufzählen: 205 Tage habe ich auf dem Fahrrad verbracht und dabei im Schnitt 91 Kilometer pro Tag zurückgelegt. An 161 Tagen habe ich das Rad nicht angerührt und die Zeit anders genutzt – zum Ausruhen, Wandern, Marathonlaufen oder einfach zum Nichtstun. Meine längste Etappe hatte ich in Ägypten: 235 Kilometer in 11,5 Stunden. Auf 3000 Kilometern musste der meist glatte Asphalt einer mehr oder weniger schlechten Piste weichen. Mein rotes T-Shirt und die kurze Hose habe ich an 195 Tagen beim Radfahren getragen. Vier Tuben Sonnencreme habe ich auf meiner Haut verteilt und etwa 80 kg Nudeln gegessen; mein Gewicht habe ich gehalten. Um die 23 Länder bereisen zu dürfen, musste ich über 500 US-Dollar für Visa und Reisegenehmigungen ausgeben, 14 Passbilder abgeben, unzählige Passkopien an Beamte aushändigen und viele Stunden in und vor Botschaften verbringen. Fünf Reifen habe ich unterwegs verschlissen und dabei nur einen Platten gehabt. Über 16 Mitfahrer haben auf dem hinteren Sitz des Tandems Platz genommen und mich über 4500 Kilometer begleitet. Bis auf meine Wanderschuhe hat nichts aus meinem Gepäck unfreiwillig den Besitzer gewechselt. Der höchste Punkt war der Vulkan Mount Elgon in Uganda mit gut 4000 Metern. 172 Nächte habe ich im Zelt verbracht, die übrigen rund 200 Nächte bei Freunden, in Hotels, im Gefängnis, unter Brücken, auf Schiffen, in Bussen und an anderen Orten. Schaut man sich die Zahlen an, muss man das Projekt „Bike Together“ als vollen Erfolg werten.
Eine Reise wie diese lässt sich aber nicht mit Zahlenspielereien fassen. Afrika ist ein faszinierender Kontinent, der vor allem von der Freundlichkeit seiner Menschen lebt. Es dauert eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat, dass die Wörter „schnell“, „pünktlich“ und „einfach“ in Afrika nicht existieren. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich meine Erlebnisse, Fotos, Filme und Eindrücke sortieren und aufbereiten. Schon bald dürft ihr euch auf einen Multivisionsvortrag der Extraklasse freuen. Jetzt ist es aber auch an der Zeit, mich bei allen zu bedanken, die mich auf dieser Reise unterstützt haben: bei den zahlreichen Sponsoren, bei den vielen freundlichen Menschen, die mich unterwegs aufgenommen haben, bei der eifrigen Leserschaft meiner Webseite für die vielen aufbauenden Zuschriften, bei meiner Familie und meinen Freunden – und vor allem bei meiner Freundin Astrid, die mich 13 Monate hat ziehen lassen, die ganze Post und Pressearbeit in Deutschland gemanagt und mich auf bewundernswerte Weise unterstützt hat. Ich freue mich schon, euch bei einem Bier, auf dem Rad oder bei einem meiner Vorträge wiederzusehen. Euer Bernward Elsel
